Rowan und die Gezeitenuhr
Kapitel 1: Als die Flut nicht kam
Rowan lebte im Korallenhafen, wo Muschelboote durch blaue Strassen glitten und Seegaerten sich mit der Flut oeffneten. Eines Morgens kam die Flut nicht. Die Anemonenlampen blieben geschlossen, Liefer-Schildkroeten stiessen gegen schlafende Tore, und die grosse Gezeitenuhr machte nur einen halben Klick. Rowan fand ein Perlenzahnrad und wollte es allein richten, doch jeder Hebel war groesser als er.
Kapitel 2: Eine Aufgabe fuer jede Flosse
Rowan holte alle zusammen: Mira die Schildkroete konnte schwere Tueren heben, Pip die Garnele erreichte winzige Scharniere, und Tante Nari kannte die alten Gezeitenlieder. Zuerst redeten alle durcheinander. Rowan zeichnete drei Zeichen in den Sand: heben, putzen, singen. Jeder nahm eine Aufgabe. Mira hob das Uhrgesicht, Pip bürstete Salz vom Perlenzahnrad, Nari sang den Rhythmus des Meeres, und Rowan hielt die Laterne ruhig.
Kapitel 3: Der Hafen atmet wieder
Mit einer letzten Drehung sprang das Perlenzahnrad an seinen Platz. Die Gezeitenuhr oeffnete sich wie eine Blume, und eine sanfte Stroemung zog durch den Korallenhafen. Lampen bluehten, Muschelboote hoben sich, und die Seegaerten wachten auf. Rowan begriff, dass er die Uhr nicht repariert hatte, weil er allein am kluegsten war. Er hatte geholfen, alle Begabungen zusammenzufuegen. Seitdem fragte der Hafen bei grossen Problemen, was jeder Freund beitragen konnte.